Stentor polymorphus
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Grünes Trompetentierchen
STENTOR POLYMORPHUS
Grünes Trompetentierchen


Stentor polymorphus - Dunkelfeld

Es eignen sich verschiedene Kulturbehälter

Ciliaten-Kultur-Medium
Das grüne Trompetentierchen (Stentor polymorphus) ist ein einzelliger eukaryotischer Organismus aus der Familie der Stentoridae und zeichnet sich durch das Vorhandensein endosymbiotischer Algen aus, die für seine charakteristische grüne Färbung verantwortlich sind. Aufgrund dieser Symbiose stellt Stentor polymorphus ein interessantes Modellorganismus für die Untersuchung von Wechselwirkungen zwischen Wirtszelle und Endosymbionten dar.
In ausgestrecktem Zustand erreicht der Organismus eine Länge von etwa 1–2 mm und ist damit für einen Einzeller außergewöhnlich groß sowie mit bloßem Auge sichtbar. Zu den typischen morphologischen Merkmalen zählen der perlschnurartig aufgebaute Makronukleus sowie die symbiotisch lebenden Algen im Cytoplasma.
Bei ausreichendem Nahrungsangebot treten Stentor polymorphus-Individuen häufig in Kolonien auf, die am Substrat befestigt sind. Unter Bedingungen des Nahrungsmangels lösen sich die Organismen vom Untergrund und wechseln in eine frei schwimmende, tonnenförmige Gestalt.
Versuche und Beobachtungen
Im Rahmen von Untersuchungen können die Endosymbionten, der Zellaufbau, Formveränderungen, die Nahrungsaufnahme sowie die Zellteilung von Stentor polymorphus analysiert werden.
Kulturanleitung für Stentor polymorphus
Material und Geräte
- Kulturansatz von Stentor polymorphus
- Reis- oder Weizenkörner (ungekocht)
- Petrischale oder geeigneter Glasbehälter
- Abdeckung (z. B. Petrischalendeckel)
- Co-Kultur von Chilomonas paramecium
Durchführung
Der Kulturansatz wird unmittelbar nach dem Erhalt in eine saubere Petrischale oder einen geeigneten Glasbehälter überführt. Es ist darauf zu achten, dass die verwendeten Gefäße nicht mit Spülmitteln gereinigt wurden, da Rückstände toxisch auf die Organismen wirken können. Anschließend wird der Ansatz mit Ciliatenkulturmedium bis zur gewünschten Füllhöhe ergänzt.
Zur Bereitstellung einer langfristigen Nährstoffquelle werden zwei ungekochte Reis- oder Weizenkörner in die Kultur eingebracht. Der Behälter wird anschließend abgedeckt, um Verdunstung und Kontamination zu minimieren.
Fütterung und Kulturbedingungen
Als Hauptnahrungsquelle dienen Flagellaten der Art Chilomonas paramecium, die dem Neuansatz zugesetzt werden. Je nach Populationsdichte erfolgt eine regelmäßige Nachfütterung.
Die Kultur sollte bei Zimmertemperatur (ca. 18–20 °C) und an einem hellen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung aufgestellt werden. Die Lichtverhältnisse sind insbesondere für die Photosyntheseaktivität der endosymbiotischen Algen von Bedeutung.
Subkultivierung und Entsorgung
Nach etwa vier Wochen empfiehlt sich das Anlegen eines neuen Kulturansatzes, um eine stabile Population aufrechtzuerhalten. Der alte Ansatz kann in die natürliche Umgebung überführt werden, da Stentor polymorphus eine einheimische Art ist.
Alternative Fütterungsmethode
Als alternative Nährstoffquelle kann eine Milchkultur verwendet werden. Hierzu wird der Kultur ein einzelner Tropfen pasteurisierte Frischmilch oder Kondensmilch zugesetzt. Die Milch fördert das Wachstum von Bakterien, die als indirekte Nahrungsquelle dienen und eine rasche Populationszunahme der Ciliaten ermöglichen.
Sobald sich die Nährlösung nach einigen Tagen wieder geklärt hat, kann erneut ein Tropfen Milch zugegeben werden. Eine Überdosierung ist unbedingt zu vermeiden, da ein zu starkes Bakterienwachstum zu Sauerstoffmangel führen und den Zusammenbruch der gesamten Kultur verursachen kann.
Bilder-Galerie
Video-Galerie
Video-Informationen
Diese Filme wurden in 4K 16:9 (50fps) aufgenommen. Für eine schnellere Ladezeit sind die Filme hier auf HD 1280x720 (25fps) als mp4 (H.264) komprimiert.