Adaption Canon G5

Optische Adaption einer Canon G5 an einen Fototubus

mit Hilfe eines Astrookulares

Vorgeschichte

Als ich mit der Mikroskopie begann, hatte ich schon vorher eine Nikon Coolpix 995. Die Adaption der Kamera an ein Mikroskop durch Ansetzen auf ein normales Okular mit Hilfe eines mechanischen Adapters erwies sich als einfach. Leider war die Enttäuschung groß, als die gefürchteten Coolpix-Ringe die entstandenen Bilder verunzierten.

Nach reiflicher Überlegung und dem Glauben, die neue Kamera auch einfach auf ein Okular aufsetzen zu können, entschied ich mich für die Canon G5 (Digitalkamera mit 5 Mio Pixel und fest verschraubtem 3x-Zoom-Objektiv). Ausschlaggebend hierfür war der drahtlose Fernauslöser (im Lieferumfang vorhanden), der Bajonettverschluss für den Objektivadapter und die Remote-Software (Kamerasteuerung und Vorschaubild am PC), sowie der schwenkbare Monitor.

Umso erstaunter war ich, als ich feststellte, daß das Aufsetzen auf ein Okular kein Bild ergab. Meine Recherchen ergaben, daß die Eintrittspupille der Kamera sehr tief im Gehäuse liegt und nicht einmal mit den "hohen" Austrittspupillen von Brillenokularen erreicht werden kann.

Suche

Also begab ich mich auf die Suche nach einem optischen Adapter für meine Endlichoptik (Göke).

Einige Firmen (Zeiss, Ibendorf, Promicron etc.) bieten für die G5 optische Adapter an, allerdings konzipiert für die Unendlichoptik, wo das Okular die Aufgabe der Kompensation nicht mehr übernehmen muss. Trotzdem bezog ich von den Firmen Adapter, um diese zu testen und bei gutem Ergebnis zu kaufen. Leider arbeitete kein Adapter optimal mit meiner Optik zusammen (entweder Kompensationsfehler oder starke Bildfeldwölbungen), und hierfür war mir der Preis dann doch zu hoch: die Preisspanne bewegte sich von 250,- Euro bis 400,- Euro zzgl. Mehrwert-Steuer!

Ein Hersteller verwendete ein eudiascopisches Okular aus der Astronomie. Das Ergebnis mit diesem Okular war allerdings relativ schlecht. Trotzdem suchte ich auf Grund dessen im Bereich der astronomischen Okulare.

Vorteil der Okulare aus der Astronomie: große Sehfelder, hohe Austrittspupille (in der Astronomie darf der Betrachter nicht an das Okular stoßen, da sich die Erschütterungen stark auf das Teleskop übertragen). Außerdem enthalten die astronomischen Okulare ein genormtes Gewinde für Filter. Das ist außerordentlich praktisch, weil man so die Lichtmenge, die in die Kamera geht, mittels eines Graufilters reduzieren kann, ohne mit dem Dimmer die Lichtqualität zu verändern. Dies ist wichtig bei Strahlenteilern, die 70 - 80% des Lichtes in die Kamera leiten und diese oft damit nicht mehr zu recht kommen.

Nachteil: das Okular übernimmt keine Kompensation.

Nach einiger Suche stieß ich auf das TS-Superview vom Teleskopservice Ransburg.

Das Sehfeld ist mit 30mm sehr groß. Die Austrittspupille liegt bei 33mm und ermöglicht ein fast beschnittfreies Bild. Brennweite 40mm = ca. 6-fache Vergrößerung.

Als Besonderheit steckt dieses Okular in einer Hülse, welche die stufenlose Einstellung des Abstandes zwischen Okular und Kamera ermöglicht. Außerdem befindet sich auf der Hülse ein T2-Gewinde. Mitgeliefert wird eine aufschraubbare Augenmuschel.

Preis: ca. 100,- Euro

Bild des Herstellers.
Bezug über Teleskop-Service Ransburg oder in gut sortierten Astronomie-Läden
Adaption
Ein Freund von mir drehte mir folgende Teile zur Adaption:

- eine Hülse, um den Steckdurchmesser des Okulares (32 mm) auf den Durchmesser des Fototubuses (38 mm) anzupassen.

- Adapterring, welches den Gewindering von der Augenmuschel (Gewinde wurde von der Augenmuschel abgedreht) aufnimmt und an den Objektivadapter (Canon LA-DC58B) anpasst.

Ergebnis

Rechts Originalbild mit Beschnitt ohne weitere Bearbeitung. Aufgenommen mit einem 60er Objektiv.

Pflanzenschnitt, 10er Objektiv
Beschnitt entfernt, Hintergrund bearbeitet
Pflanzenschnitt, 60er Objektiv
Beschnitt entfernt
Blepahrisma japonicum, 10er Objektiv
Beschnitt entfernt, Hintergrund bearbeitet
Fazit

Das große Problem an der Endlichoptik ist die Kompensation, welche das Okular übernehmen muß. Ich habe ein Okular gefunden, welches mit meiner Optik von Göke (Achromate) zusammenarbeitet. Die Ergebnisse zum Beispiel mit einem Satz Leitz-Objektive (Achromate) waren nicht zufriedenstellend.

Es bedeutet, dass dieses Okular keine pauschale Lösung ist, aber einen möglichen Lösungsweg darstellt.

Optische Adaption einer Canon G5 an einen Fototubus

mit Hilfe eines 50mm-Wechselobjektives

Vorgeschichte
Bei einem Besuch von Martin Mach (Bärtierchenjournal) zeigte mir dieser seinen Selbstbaufotoadapter für seine Digitalkamera: verwendet hat er ein 50mm Wechselobjektiv einer alten Spiegelreflexkamera.

Da ich noch ein altes Minolta-Objektiv bei mir lagernd hatte, probierte ich diese Variante sofort für meine G5 aus. Überrascht stellte ich fest, dass hier die Austrittspupille nochmals 10mm höher als bei meinem Superview lag und somit das Bild absolut beschnittfrei ist.

Adaption
Auf eine Röhre (1), welche den richtigen Aussendurchmesser für die Aufnahme in den Fototubus besitzt, klebte ich eine 49mm Filterring auf (2). Diesen hatte ich noch in meinem alten Zubehör und ermöglicht das Aufschrauben des Objektives. Ggf. kann die Röhre direkt an das Objektiv geklebt werden. Das Objektiv (3) wird auf den Filterring (nicht in Retro-Stellung) geschraubt. Auf das Objektiv klebte ich den Objektivadapter (Canon LA-DC58B) (4).
Beispiel
Pflanzenschnitt, 40er Objektiv
keine Bildbearbeitung
Fazit
Wenn man ein altes Spiegelreflexstandardobjektiv noch besitzt, dann ist dies eine preiswerte Adaption. Vorallem erhält man mit der G5 ein beschnittfreies Bild.

counter gratis