Pneumatischer Fernauslöser
Für das Fotografieren von "schnellen" Protozoen ist ein Fernauslöser unerlässlich. Denn das gleichzeitige Bedienen von Feintrieb, Kreuztisch und Kamera ist nicht möglich.
Somit legte ich bei dem Neukauf meiner Digitalkamera (Canon G5) großen Wert auf den im Lieferumfang vorhandenen Fernauslöser. Doch schnell stellte sich in der Praxis heraus, dass die Verbindung zwischen Infrarotbedienung und Kamera durch Teile des Mikroskops gestört wird. Außerdem unterstützt der Fernauslöser den zweifachen Druckpunkt der Kamera nicht.
Somit beschloss ich den Selbstbau eines Fernauslösers. Folgende Kriterien muss er erfüllen:
- schnelle und einfache Montage an die Kamera
- Ausnützen des zweifachen Druckpunktes
- Auslösung mit dem Fuß (erwies sich als unnötig)
Eine Aluschiene aus dem Baumarkt wurde in die Form eines U´s gebogen. Zum Schutz der Kamera vor Kratzern klebte ich einen Gummistreifen auf die Seite, wo die Kamera aufliegt. Eine handelsübliche Fotoschraube gewährleistet die schnelle Montage des Systems an die Kamera. Durch eine Bohrung im langen Schenkel des U´s kann nun mit der Fotoschraube das System mit der Kamera verbunden werden. Als Kernstück kaufte ich in e-bay einen pneumatischer Fernauslöser, wie er in der Studiofotografie verwendet wird. Direkt über dem Auslöser der Kamera wird mittels einer Bohrung der Fernauslöser befestigt. Der bewegliche Stift des Auslösers drückt somit direkt auf den Auslöser. Mit etwas Übung wird der erste Druckpunkt gehalten. Die Kamera nimmt die Messungen vor. In der richtigen Situation kann die Kamera nun ohne weitere Verzögerung ausgelöst werden.
Einzelteile: Auslöser, Fotoschraube und
Aluwinkel
Das System montiert an die Kamera
Im Einsatz am Mikroskop
Bei der Erprobung stellte ich fest, dass es keine Problem darstellt, den Auslöser im Handballen zu betätigen und gleichzeitig den Feintrieb zu bedienen. Somit kam eine Auslösung über den Fuß nicht mehr in Frage.

So einfach diese Konstruktion ist, so effizient und unerlässlich ist sie für meine Fotografie geworden. Im Gegensatz zu diversen USB-Fernauslösern für ca. 180 Euro haben die gesamten Einzelteile 20 Euro gekostet.

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