|
|
|
|
|
|
|
|
Kulturmedium
|
|
 |
|
Volvic:
Alle hier dargestellten Kulturen werden, wenn nicht anders vermerkt, in dem kohlensäurefreien Mineralwasser "Volvic" gehalten. Dieses Wasser aus einer Vulkanlandschaft in der Auvernge / Frankreich ist in jedem gut sortierten Getränkehandel zu erhalten. Die mineralische Zusammensetzung des Wassers bietet für viele Kulturen eine optimale, gleichbleibende Ausgangslösung. |
|
|
Fundortwasser:
Der erste Ansatz von einem Fund aus der "freien Wildbahn" wird immer im Fundortwasser geschehen. Um im späteren Verlauf der Kultur auf das Fundortwasser zurückgreifen zu können, wird dies in der zu benötigten Menge ca. 30 min abgekocht, drei Tage kühl und dunkel (Kühlschrank) gelagert und anschließend nochmals 30 min. abgekocht. Gut verschlossen ist es nun über einen längeren Zeitraum im Kühlschrank haltbar.
|
|
|
 |
|
|
Erd-Wasser-Extrakt (Erdabkochung):
Viele Kulturen (z. b. Euglenen) benötigen zusätzlich Nährstoffe (insbesonders Spurenelemente, welche bei synthetischen Nährlösungen nur schwer einzustellen sind). Eine einfache, aber in der Zusammensetzung nicht kontrollierbare Möglichkeit bietet hier die Erdabkochung. Ausschlaggebend ist hierfür das Ausgangsmaterial: beste Erfahrung habe ich mit Erde aus einem Buchen-Eichen-Mischwald gemacht. Diese wird im Verhältnis 1:2 (Erde:Wasser) mit Volvic gemischt und im Wasserbad eine Stunde zum Sieden gebracht. Anschließend die Lösung abgießen und nochmals um 50% einkochen. Nach dem Filtrieren ist die Lösung mit einem Wattepfropfen verschlossen bis zu einem Jahr im Kühlschrank haltbar. Auch kann die Lösung eingefroren und bei Bedarf zur Weiterverarbeitung aufgetaut werden.
Auch die gesammelte Erde ist getrocknet über mehrere Jahre haltbar und kann je nach Bedarf für die Herstellung des Extraktes verwendet werden.
Erd-Wasser-Kultur (Algenkulturen):
Bei diesem Medium wird das natürliche Gewässer nachgeahmt. Die Erde wirkt als Speicher und liefert mineralische Nähstoffe. Sie enthält Bakterien, welche organische Substanzen abbauen und das Algenwachstum fördern.
In ein Reagenzglas wird 1 bis max. 2cm Erde gegeben und bis ca. 5cm unter den Rand mit H2O aufgefüllt. Im siedenen Wasserbad eine Stunde kochen, abkühlen lassen und nach 24 Stunden den Vorgang wiederholen.
Bis zum Beimpfen kühl und dunkel aufbewahren.
|
|
 |
|
|
Algenkulturmedium nach Pirson:
Dieses Kulturmedium wurde speziell für Hydrodictyon modifiziert, doch eignet es sich für viele Algenarten.
Es werden 5 Stammlösungen hergestellt:
0,6 g Kaliumnitrat (KNO3)
2,5g Calciumnitrat (Ca(NO3)2x4H2O)
9,0g Kaliumkarbonat (K2CO3)
0,7g Magnesiumsulfat (MgSO4x7H2O)
0,7g Kaliumdihydrogenphosphat (KH2PO4).
jeweils in 500ml dest. Wasser lösen.
Zusätzlich wird Eisen-EDTA-Lösung benötigt:
1,4g FeSO4x7H2O und 1,9g Na.EDTAx2H2O mit 100ml dest. Wasser kurz aufkochen.
Jeweils 10ml der 5 Stammlösungen auf 950ml dest. Wasser lösen. 20ml Erdabkochungsextrakt (siehe oben) und 0,8ml Eisen-EDTA-Lösung zugeben.
|
|
|
|
 |
|
|
|
 |
|
|
Kulturverfahren
|
|
Milchkultur:
Eine sehr gute Möglichkeit zur Massenentwicklung ist der Einsatz von Milch (Frischmilch, Kondensmilch ist auch möglich). Gefahr besteht allerdings, dass (gerade Anfänger) zu viel Milch beisetzten und dadurch die gesamte Kultur gefährdet ist. Man gibt pro 200ml Kulturmedium einen Tropfen Milch, verrührt diese und wartet, bis die Lösung wieder klar geworden ist (dies kann ein bis mehrere Tage dauern). Erst dann wird "nachgefüttert". Vorteil der Milchkultur ist, dass absolut dosiert und gezielt die Bakterienentwicklung gesteuert werden kann. Der Nachteil besteht darin, daß die Kultur ständig betreut werden muß, da nicht wie bei Kohlrübenschnitzel oder Weizenkörnern ein Depot geschaffen wird.
Kohlrübenschnitzel:
Kohlrübenschnitzel eignen sich sehr gut zur Kultur von Paramecien (P. caudatum, P. bursaria). Eine Kohlrübe (Gattung Brassica) wird in 1cm große Würfel geschnitten und in der Sonne oder über der Heizung getrocknet. In einem gut schließenden Gefäß sind sie über eine längere Zeit (ca. 2 Jahre) haltbar. 500ml Kulturflüssigkeit wird ein Würfel beigesetzt. Vorteil: sehr starke Bakterienentwicklung über einen Zeitraum von 3-4 Wochen. Nachteil: eine Überdosierung bedeutet Sauerstoffmangel, welche zum Ersticken der gesamten Kultur führen kann. Außerdem können Schimmelsporen eingebracht werden.
Weizenkörner, Reiskörner, Haferflocken usw.:
Zerdrückte Weizenkörner, Haferflocken, Reiskörner eignen sich vorzüglich für die Bakterienentwicklung. Sie können sehr dosiert eingesetzt werden und haben eine Depotwirkung. Nach ca. 3 Wochen müssen sie ausgetauscht werden. Allerdings besteht auch hier die Gefahr der Sporeneinschleppung (Schimmelbildung)
|
|
 |
|
 |
|
|
Kulturwärmeschrank
|
|
|
|
|
 |
|
|
Da der Raum, in dem ich meine Kulturen halte, nicht heizbar ist, kam es im Winter immer wieder zu Totalausfällen bei den Blepharisma-Arten. So baute ich mit einfachsten Mitteln einen Wärmeschrank, um verschiedenen Kulturen auch im Winter eine gleich bleibende Temperatur zu bieten.
Ein Holzschrank wurde mit einer 15mm starken Isolierschicht ausgekleidet. Auf den Boden des Schrankes legte ich in Quarzsand gebettet ein 20 Watt Heizkabel aus der Terraristik. Die Temperatur wird von einem elektronischen Thermostat (ThermoControl 2 von Lucky Reptile) geregelt. Sie ist auf 21 Grad eingestellt und bei einem Abfall von einem Grad setzt die Heizung ein. Seit dem Betrieb des Wärmeschrankes bedanken sich die Blepharismen mit ungezügelter Zellteilung.
|
|
 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|