Kulturanleitung
Hydra vulgaris / Gemeiner Süßwasserpolyp
Das beispiellose Regenerationsvermögen der Hydra hat sie zu einem Modellorganismus der Entwicklungsbiologie werden lassen. Der Süßwasserpoly kann in mehrere Teile zerschnitten werden und es entwickeln sich vollständig neue Polypen.
Mit einfachsten Präparationstechniken (Quetschpräparat) werden die hochinteressanten Nematozyten (Nesselzellen) sichtbar. Die Durchschlags-, Wickel- und Klebkapseln ghören zu den interessantesten Zellorganellen im Tierreich. Der Entladungsvorgang der Stenotelen ist der schnellste bekannte mechanisch ablaufende biologische Prozess im Tierreich und dauert nur drei Millisekunden [1].
Unter der Stereolupe ist der Ablauf des Beutefangs und der Vorgang der Nahrungsaufnahme gut zu beobachten.
Gefäß:
Kristallisationsschalen 250ml oder flache Schalen

Medium:
abgekochtes Teichwasser oder Volvic (auf keinen Fall Leitungswasser!)

Fütterung:
ca. 2x pro Woche mit lebenden Wasserflöhen oder Artemia (Salinenkrebs). Nach jeder Fütterung Wasserwechsel und 1x pro Woche die Hydren in ein neues Gefäß umsetzen.

Standort:
Nordfenster, hell

Bemerkung:
Kultur von Artemia: 36g Meersalz auf 1 Liter Wasser (Volvic). Salzlösung und Artemiaeier (max. halber Teelöffel) in einen Inkubator (z. Bsp. von einer Plastikflaschen den Boden abschneiden und verkehrt herum (Verschluss nach unten) aufstellen) geben. Mit einer Aquarienluftpumpe die Salzlösung ständig in Bewegung halten. Standort hell. Schlupf je nach Temperatur nach 36-48h. Artemia absaugen und vor dem Verfüttern mit Hydrakulturmedium spühlen

Literaturnachweis:
[1] Baumgartner, Sven. Fütterung von Hydra (pdf)
Nematozyten (Stenotelen)

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