Kulturanleitung
Haematococcus pluvialis / Blutregenalge
Bekannt ist die Blutregenalge wegen ihres Dauerstadiums, welche Gewässer und Pfützen blutrot färben kann. Hervorgerufen wird diese Färbung duch das Carotinoid Astaxanthin (früher als Hämatochrom bezeichnt), welches der Alge als UV-Schutz dient.
Der Flagellat (20-60µ) hat zwei gleichlange Geiseln und eine runde Zellwand. Der Protopalst ist mit der Zellwand durch Cytoplasmafäden verbunden. Ein dreieckiger Augenfleck dient zur Lichtrichtungsbestimmung. Die Vermehrung kann geschlechtlich oder ungeschlechtlich verfolgen.
Kulturanleitung
Gefäß:
Als Kulturgefäß eignen sich Erlenmeyerkolben oder andere Glasgefäße. Verschlossen werden sie mit einem Watte-Stopfen.

Medium:
Das kohlensäurefreie Mineralwasser "Volvic" ist ideal als Kulturmedium. Dieses Wasser aus einer Vulkanlandschaft in der Auvernge / Frankreich ist in jedem gut sortierten Getränkehandel zu erhalten. Die mineralische Zusammensetzung des Wassers bietet eine optimale, gleichbleibende Ausgangslösung und ist mit einem pH-Wert von 7,0 optimal. Dem Volvic werden 0,2% eines handelsüblichen Hydrokulturflüssigdüngers zugesetzt (pro Liter Volvic 2ml Dünger). Hierdurch verändert sich der pH-Wert auf 6,5 welcher für die Alge noch verträglich ist. Wichtig ist das der pH-Wert des Medium zwischen 6,5 und 7,5 liegt. Durch Zugabe von K2HPO4 kann der pH-Wert wieder auf 7,0 optimiert werden.
Auf keinen Fall Erdabkochungsextrakt zusetzen!

Verfahren:
Ausschlaggebend für eine erfolgreiche Kultur ist das Medium und das Licht. Nur bei einer hohen und langen Beleuchtungsdauer bildet die Alge das Carotinoid Astaxanthin aus. Ist der Ansatz erfolgt so bildet sich bei guten Bedingungen innerhalb von 4-7 Tagen eine sehr dichte grüne Kultur (siehe Bild 1). Je nach Beleuchtungsintensivität schlägt die Kultur nach 2-3 Wochen in ein noch mobiles Stadium mit orangener Färbung um (Bild 2 + 3). Danach folgt sehr schnell das Ruhestadium als Aplanospore (Bild 4). Die Kulturflüssigkeit sollte nun in eine Petrischale umgefüllt werden und langsam eintrocknen.

1. grünes Stadium
2. Übergang
3. Massive orangene Färbung
4. palmellaähnliches Ruhestadium
Standort:
Die Kulturen muß hell bis sehr hell stehen (ggf. Beleuchtung mit einer Neonröhre / 14h Leuchtzeit pro Tag). Ein Temperaturbereich zwischen 20 und 25 Grad ist optimal.

Neuansatz:
Eine Kultur sollte einen vollständigen Zyklus durchlaufen: Ansatz aus einem eingetrockneten Palmella-Stadium > grünes Stadium > rotes Stadium > Eintrocknung. Eingetrocknet kann die Blutregenalge lange Zeit überdauern (lt. Literatur bis zu 5 Jahren). Es kann aber auch ggf aus jedem Stadium heraus neu angesetzt werden.

Sonstiges:
Die Alge eignet sich hervorragend als Futter für viele Ein- und Mehrzeller: Moostierchen, Rädertierchen, Bärtierchen ect..

Auf Grund der hohen Kulturdichte eignen sie sich für Phototaxis-Versuche und Biokonvektion.

Beeindruckend ist auch die Färbung der einzelnen Kulturabschnitte.
Moostierchen mit roten Heamatococcus gefüttert

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